Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa (MWEKE)

In der Niederlausitz startet die geologische Landesaufnahme!

Mitte Oktober 2025 fahren Vibro-Trucks zwischen Cottbus und Guben, um mit Schallwellen in die Tiefe das Potenzial für Tiefengeothermie zu ermitteln

Potsdam, 18. Septmeber 2025. Erdwärme ist eine praktisch unerschöpfliche und daher besonders nachhaltige Energiequelle, völlig unabhängig von Jahreszeit, Uhrzeit und Wetter. Diese Wärmeenergie unter unseren Füßen kann durch Tiefengeothermie nutzbar gemacht werden.

Um die Investitionsrisiken für zukünftige Tiefengeothermie-Projekte zu verringern, hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) beauftragt, geologische Daten zum Untergrund in der Niederlausitz zu erheben. Das Ministerium stellt für das Projekt Mittel in Höhe von 3 Mio. Euro zur Verfügung.

Wirtschaftsminister Daniel Keller freut sich auf den Start der 2D-Seismik: „Brandenburg nimmt weiter konsequent Kurs auf die Wärmewende. Die 2D-Seismik wird die Kommunen in der Niederlausitz nachhaltig bei ihrer kommunalen Wärmeplanung unterstützen. Auch Industrie und Projektentwickler werden die dabei erhobenen geologischen Daten nutzen können für die Planung zukünftiger Tiefengeothermieprojekte. So führt ‚der Blick in die Erde‘ dazu, die Tiefengeothermie wirtschaftlich und sicher nutzbar zu machen. Wir wünschen allen Beteiligten einen guten und erfolgreichen Verlauf.“

Seismik funktioniert wie Ultraschall

Die 2D-seismische Erkundung startet am 6. Oktober 2025 auf insgesamt über 110 km Strecke, die sich auf mehrere Linien aufteilt. Die Hauptlinie verläuft zwischen Cottbus und Guben. Vibro-Fahrzeuge des vom LBGR beauftragten Seismik-Unternehmens DMT werden dabei Schallwellen in die Erde senden, das Echo nehmen dann zuvor am Boden ausgelegte Geophone auf.

Aus den erhobenen Daten ermitteln Geowissenschaftler und Geowissenschaftlerinnen in Folge das Potenzial für mögliche wasserführende Schichten – die sogenannten „Aquifere“ in ca. 1 bis 4 km Tiefe – zur Nutzung der Tiefengeothermie. So könnte die gewonnene Erdwärme in der Niederlausitz verwendet werden, um Gebäude und ganze Stadtteile zu heizen oder sogar Strom zu erzeugen.

2D-Seismik zwischen Guben und Cottbus

Mitte Oktober 2025 beginnen zwei parallel arbeitende Gruppen à zwei Vibro-Trucks im nördlichen Stadtgebiet von Cottbus und gleichzeitig zwischen Cottbus und Guben. Die Fahrzeuge arbeiten sich dann beide nach Osten vor. Die erste Gruppe endet in Peitz, die zweite in Guben.

Durchfahren werden dabei auch die Stadt Peitz sowie die Gemeinden Heinersbrück, Jänschwalde, Neuendorf, Maust und Turnow. Um die Region Schenkendöbern geht es auch durch Kerkwitz, Grabko, Groß und Klein Gastrose sowie Taubendorf.

Gefahren wird jeweils Montag bis Samstag von 7 bis 17:45 Uhr, insgesamt sind für die 2D-Seismik in der Niederlausitz ca. drei Wochen veranschlagt. Wann die Vibro-Trucks genau wo arbeiten, veröffentlicht das LBGR jeweils kurzfristig vorher auf seiner Website www.lbgr.brandenburg.de.

Sebastian Fritze, Präsident des LBGR, betont die Bedeutung des Projekts: „Wir in Brandenburg sind schon lange Geologie-Land. Die bereits vorhandenen geologischen Daten und Bohrkerne erweitern wir jetzt um die Ergebnisse der 2D-Seismik in der Niederlausitz. Wir kommen damit dem Erdwärme-Potenzial noch näher – ein prima Fundament für zukünftig mögliche Tiefengeothermieprojekte von Städten, Gemeinden und privatwirtschaftlichen Unternehmen.“

Infomärkte für den Dialog mit der Bevölkerung

Das LBGR legt großen Wert auf den Dialog mit der Bevölkerung. „Wir freuen uns sehr auf das Gespräch mit den Anwohnerinnen und Anwohnern entlang der Seismik-Strecke“, sagt Dr. Birgit Futterer, Leitende Geologiedirektorin im LBGR. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich persönlich über die Seismik zu informieren:

  • beim Infomarkt in Cottbus am Freitag, 26. September, 16 bis 19 Uhr, im Max-Steenbeck- Gymnasium, und
  • beim Infomarkt in Guben am Montag, 29. September, 17:30 bis 20 Uhr, in der Alten Färberei

Präsent auf beiden Infomärkten sind zusätzlich zum LBGR auch die Städte Cottbus bzw. Guben, das Seismik-Unternehmen DMT, das für die Datenauswertung verantwortliche Unternehmen K-UTEC, in Cottbus zudem die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG sowie das Institut für Umweltwissenschaften und Umwelttechnik der Brandenburger Technischen Universität BTU.

Bei Fragen zur geologischen Landesaufnahme erreichen Bürgerinnen und Bürger das LBGR unter Telefon 0355 / 48640-0 oder per E-Mail an tiefengeologie@lbgr.brandenburg.de

Ansprechpartnerin für die Presse: Dr. Birgit Futterer, Leitende Geologiedirektorin im LBGR Inselstraße 26, 03046 Cottbus

Tel. 0355 / 48640-0, E-Mail: tiefengeologie@lbgr.brandenburg.de, www.lbgr.brandenburg.de