„Mit Kultur und Kreativwirtschaft die Innenstadt beleben“
Neuer Leitfaden unterstützt Kommunen, Kultur und Wirtschaft
Potsdam, 22. April 2026. Die Innenstädte im Land Brandenburg stehen vor tiefgreifenden Veränderungen: Der Strukturwandel im Einzelhandel, ein verändertes Konsumverhalten und zunehmende Leerstände fordern Kommunen, Kulturakteure und Eigentümerinnen und Eigentümer gleichermaßen heraus – eröffnen aber auch neue Spielräume für kreative Lösungen. Vor diesem Hintergrund haben das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung sowie das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa gemeinsam mit Partnern aus Kommunen, Kultur, Kreativwirtschaft und Verwaltung seit 2023 in einem Werkstattprozess an Antworten gearbeitet.
Das Ergebnis ist der Leitfaden „Mit Kultur und Kreativwirtschaft die Innenstadt beleben“, der vorhandenes Wissen bündelt und Akteure Schritt für Schritt von der ersten Idee über Finanzierung und Genehmigungen bis zur Umsetzung und Verstetigung von Projekten begleitet. Er richtet sich an Kommunalpolitik und -verwaltung, an Kultur- und Kreativakteure sowie an Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer, die neue Nutzungsperspektiven für innerstädtische Räume suchen.
Manja Schüle, Kulturministerin: „In Brandenburgs Innenstädten kann man nicht nur schlemmen, shoppen und schlendern, dort sind auch unsere Kultur und Kreativwirtschaft zuhause – in Theatern, Clubs und Konzerthäusern, in Galerien, Bibliotheken und Museen sowie in Co-Working-Spaces. In der Summe machen sie unsere Innenstädte zu Begegnungsorten, an denen wir miteinander ins Gespräch kommen, uns inspirieren lassen und neue Ideen entwickeln. Leerstände sind dabei nicht nur ein Problem, sondern auch eine Ressource für Veränderung und Innovation. Mit diesem Leitfaden wollen wir Mut machen, genau diese Chancen zu nutzen und eigene Projekte anzugehen und umzusetzen.“
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur stärkt mit seiner Kulturpolitik die kulturelle Infrastruktur im ganzen Land – von Theatern, Museen und Musikschulen bis hin zu soziokulturellen Zentren und Festivals. Mit Konzepten zur kulturellen Bildung, zur Erinnerungskultur und zur Förderung der freien Szene trägt das MWFK dazu bei, dass kulturelle Angebote in den Innenstädten sichtbar bleiben und neue Räume für Kultur erschlossen werden. Im Leitfaden bringt das MWFK seine fachliche Expertise für Kunst und Kultur, kulturelle Bildung sowie die Sicht der Kulturakteurinnen und -akteure ein und unterstützt so eine strategische Verankerung von Kultur in der Innenstadtentwicklung.
Robert Crumbach, Infrastrukturminister: „Unsere Innenstädte haben in den vergangenen Jahrzehnten einen aufwändigen und erfolgreichen Prozess der Stadtsanierung durchlaufen, stehen aber angesichts demografischer und wirtschaftlicher Veränderungen wie dem zurückgehenden Einzelhandel vor großen Herausforderungen. Diese tiefgreifenden Veränderungen bieten zugleich die Chance, unsere historischen Zentren für die Zukunft neu zu denken, sodass sie Einheimische und Touristinnen und Touristen gleichermaßen ansprechen. Der Leitfaden zeigt, wie Kommunen ihre Instrumente nutzen können, um Kultur und Kreativwirtschaft ins Zentrum zu rücken, Leerstände zu aktivieren und Innenstädte wieder zu einem pulsierenden Herzen der Stadt zu machen.“
Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung ist Mitglied im Brandenburger Bündnis für Lebendige Innenstädte. Das MIL unterstützt Städte und Gemeinden bei der nachhaltigen Entwicklung ihrer Innenstädte als Wohn-, Arbeits- und Aufenthaltsorte – etwa über die Städtebauförderung. Ein Schwerpunkt liegt darauf, bestehende Bausubstanz zu erhalten, Nutzungsmischungen zu ermöglichen und Innenstädte als Orte des Zusammenlebens und der Daseinsvorsorge zu sichern. Erfahrungen aus der Stadtentwicklung, der Aktivierung von Leerstand, der Denkmalpflege und der Zusammenarbeit mit Kommunen sind in den Leitfaden eingeflossen. Er macht deutlich, wie die Innenstadtakteure zusammenarbeiten und dabei Planungsinstrumente und Förderprogramme gezielt für Kultur- und Kreativprojekte nutzen können.
Martina Klement, Wirtschaftsministerin: „Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor in Brandenburg. Sie entwickelt tragfähige Nutzungskonzepte für leerstehende Räume, zieht Menschen an und setzt Impulse für Gastronomie, Handel und Tourismus. Der Leitfaden bündelt diesen Erfahrungsschatz, macht Praxiswissen aus Brandenburg sichtbar und zeigt, wie starke Netzwerke, verlässliche Partnerschaften und gute Rahmenbedingungen dazu beitragen können, die Lebendigkeit und Vielfalt unserer Innenstädte langfristig zu sichern.“
Das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa begleitet die Kultur- und Kreativwirtschaft als dynamische Branche mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten und unterstützt sie mit Beratungsangeboten, Netzwerken und Förderprogrammen. Dazu gehören Formate zur Vernetzung der Kreativszene, etwa branchenübergreifende Treffen oder Plattformen, die Kultur- und Kreativunternehmen im Land sichtbar machen. Im Leitfaden werden diese wirtschaftlichen Perspektiven mit Stadtentwicklung und Kulturpolitik verknüpft, sodass Kommunen, Unternehmen und weitere Partnerinnen und Partner gemeinsam an tragfähigen Konzepten für lebendige Innenstädte arbeiten können.
Hier finden Sie den vollständigen Leitfaden als Download: https://mweke.brandenburg.de/media/bb1.a.3814.de/260416_Publikation_bf.pdf