Brandenburg würdigt zum 25. Mal internationales und europäisches Engagement
Europaurkunden in Potsdam verliehen – Staatssekretär Hendrik Fischer ehrt in Vertretung für Europaministerin Martina Klement die Preisträgerinnen und Preisträger für ihren Einsatz um ein europäisches Miteinander
Potsdam, 8. Mai 2026. Insgesamt 14 Personen, Initiativen und Organisationen sind heute in Potsdam für ihr Engagement für die europäische Idee im Land Brandenburg mit einer Europaurkunde ausgezeichnet worden. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Europaurkunde, in einer Zeit, in der Krieg, Nationalismus und Abschottungstendenzen den europäischen Zusammenhalt herausfordern, verdient dieses Engagement besondere Anerkennung. Die festliche Übergabe der Urkunden fand in der historischen Gewölbehalle im Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte in Potsdam statt.
Staatssekretär Hendrik Fischer ehrte die insgesamt 14 Preisträgerinnen und Preisträger aus Brandenburg und Polen für ihren Einsatz um ein europäisches Miteinander mit einer Urkunde.
Alle gewürdigten Personen und Institutionen setzen sich seit Langem auf ganz unterschiedliche und vorbildliche Weise für ein europäisches Miteinander ein, vor allem in den Bereichen grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Kultur, Kommunales, Soziales, Bildung und Jugendarbeit. Die Auszeichnung würdigt dabei nicht nur einzelne Leistungen, sondern auch das kollektive Wirken von Netzwerken und Gemeinschaften, die über Grenzen hinweg Verbindungen schaffen und pflegen.
Staatssekretär Fischer erinnerte daran, dass die Europaurkunde ein Zeichen von Anerkennung und Dank des Landes Brandenburg an diejenigen ist, die sich jeden Tag vor Ort für die europäische Idee und ihre Werte einsetzen und betonte die Vielfältigkeit und das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger: „Dieser Tag zeigt einmal mehr, dass sich alle Generationen in Brandenburg für Solidarität, Toleranz und Demokratie auf ganz unterschiedliche Weise einsetzen. Sie alle eint die Überzeugung, dass Europa nicht nur in Brüssel, sondern auch täglich vor Ort – in Vereinen, Schulen, Behörden und auf Marktplätzen – neugestaltet und gelebt wird. Ganz besonders hervorheben möchte ich dabei auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Akteuren, die als lebendiges Beispiel zeigt, wie nachbarschaftliche Beziehungen durch gemeinsames Handeln gestärkt werden können.“
Der Staatssekretär ergänzt: „Die Preisträgerinnen und Preisträger haben einen unerschütterlichen Willen gezeigt, diese Ideale durch generationsübergreifende, grenzüberschreitende und soziale Arbeit zu verwirklichen, um einen starken Zusammenhalt in Europa zu schaffen.“
Das Engagement verbindet unterschiedliche Ansätze: gemeinsame Sicherheitsarbeit im Grenzraum, kulturelle Begegnungsformate für ein breites Publikum, akademische Solidarität in Krisenzeiten, generationsübergreifende Musik- und Friedensarbeit, grenzüberschreitender Verbraucherschutz im Alltag sowie niedrigschwellige Bildungs- und Begegnungsangebote für Seniorinnen und Senioren.
Zum Hintergrund der Europawochen 2026
Am 5. Mai 1949 wurde der Europarat gegründet. Er ist die führende Menschenrechtsorganisation Europas und hat 46 Mitgliedstaaten mit über 700 Millionen Europäerinnen und Europäern. Die Europäische Union begeht alljährlich am 9. Mai aus Anlass der „Schuman-Erklärung“ vom 9. Mai 1950 den „Europatag“. Der damalige französische Außenminister schlug mit ihr die Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vor, aus der sich letztlich die heutige Europäische Union entwickelte. Dieser Vorschlag, der als „Schuman-Erklärung“ bekannt wurde, gilt als Grundstein der heutigen Europäischen Union.
Die Europawochen finden auf Initiative der Deutschen Länder in Kooperation mit der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und der Bundesregierung statt. Die Europaministerinnen und Europaminister und die Europasenatorinnen und Europasenatoren der Länder beschlossen in der Europaministerkonferenz (EMK) jährlich den genauen Zeitraum. Neu ist seit 2023, dass es nunmehr die „Europawochen“ gibt. Diese beginnen am 30. April und enden am 31. Mai.
Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern das Thema Europa und die Europäische Union durch ein vielseitiges Informations- und Diskussionsangebot vor Ort näher zu bringen und den politischen Dialog über den europäischen Integrationsprozess und die damit verbundenen Veränderungen zu befördern.
Das Veranstaltungsprogramm wird in den einzelnen Ländern individuell geplant. In Brandenburg gehört dazu traditionell auch die Verleihung der Europaurkunden.