Treibhausgas-Emissionen auf historischem Tiefstand
Brandenburg legt als eines der ersten Bundesländer nach der Veröffentlichung der Bundeszahlen eine erste Hochrechnung zu den Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 vor. Die Zahlen zeigen auch für Brandenburg einen historischen Tiefstand bei den Treibhausgasemissionen seit dem Jahr 1990.
Potsdam, 13. April 2026. Brandenburgs Klimaschutzministerin Martina Klement: „Im Jahr 2025 sind nach unseren Hochrechnungen die Treibhausgasemissionen in Brandenburg um 3,9 Prozent auf 51,3 Millionen CO2-Äquivalente gesunken. Damit hätten wir einen historischen Tiefstand erreicht, der sogar die Emissionen des Corona-Jahres 2020 noch deutlich unterschreitet. Obwohl die Entwicklung insgesamt in die richtige Richtung geht, ist die Bilanz insofern gemischt, als der Rückgang der Emissionen anteilig auf konjunkturelle Effekte zurückgeht. Deshalb bleibt es wichtig, die erreichte Minderung durch klimapolitische Maßnahmen zu verstetigen und die Emissionen weiter zu reduzieren. Dies kann uns durch die Umsetzung des Klimaplans Brandenburg gelingen.“
Die Hauptgründe für den deutlichen Rückgang der Treibhausgasemissionen sind der erfolgreiche Ausbau Erneuerbarer Energien und die rückläufige Braunkohleverstromung. Diese Entwicklungen sind auch dafür verantwortlich, dass die Minderungseffekte für 2025 in Brandenburg etwas größer sind als in Deutschland (BB 3,9 Prozent; D 0,1 Prozent).
Die Energiewirtschaft als größter Verursacher von Treibhausgasemissionen hat ihren Ausstoß auf Grund des kontinuierlichen Rückgangs der Kohleverstromung um 7,1 Prozent gesenkt. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energie blieb deutschlandweit auf dem Niveau von 2024.
Die Industrieemissionen verzeichneten 2025 eine Minderung um 5,8 Prozent. Die Industrie hat etwa 7,1 Millionen Tonnen CO2-Äquvalente der Gesamtemissionen des Landes freigesetzt. Daran haben wiederum die Stahl- und Zementindustrie die größten Anteile. Weiterhin nehmen die Emissionen in der Zementindustrie nicht nur durch konjunkturelle Schwankungen, sondern durch ergriffene Klimaschutzmaßnahmen ab.
Der Gebäudesektor verzeichnet bundesweit einen Anstieg der CO2-Emissionen um 3,4 Prozent. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich an der kühlen Witterung, welche den Heizbedarf erhöhte. Für Brandenburg wird eine parallele Entwicklung angenommen, womit sich die Emissionen auf etwa 3,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erhöhen.
Der Verkehrssektor ist mit 6,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ein relevanter Emissionssektor. Im Verkehr sind die Emissionen erneut gestiegen (plus 1,3 Prozent), was auf Anstiege im Straßen- und Flugverkehr zurückzuführen ist. Dem stehen kleinere Emissionsminderungen im Schienen- und Schifffahrtsverkehr gegenüber. Am BER stiegen die Flugbewegungen erneut um 0,7 Prozent an.
Die Sektoren Landwirtschaft und Landnutzungen, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) zeigen gegenüber dem Vorjahr nur geringe Veränderungen (LW: plus 0,3 Prozent; LULUCF minus 0,4 Prozent). In der Abfall- und Abwasserwirtschaft gehen die Emissionen leicht zurück (4,4 Prozent) und haben weiterhin den kleinsten Anteil an der Treibhausgasbilanz des Landes (unter 0,1 Mt).
Hinweis:
Das Klimaschutzministerium hat im Herbst letzten Jahres die Treibhausgasinventur für 2024 veröffentlicht, auf die sich die Blitzbilanz mit seinen Änderungsangeben bezieht.