Energie- und Rohstoffland Brandenburg
Brandenburg macht ein Zehntel der deutschen Bruttostromproduktion aus. Mit einem Mix aus erneuerbaren und konventionellen Technologien produziert Brandenburg Energie aus heimischen Quellen sicher, wirtschaftlich, sozial gerecht und umweltverträglich.
Die brandenburgische Landesregierung hat früh die Zeichen der Energiewende erkannt und den Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben. So förderte das REN-Programm des Wirtschaftsministeriums bereits ab 1990 regenerative Energien. Im Rahmen der brandenburgischen Energiestrategie 2040 unterstützen aktuelle Förderprogramme die Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen und den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Faire Kostenverteilung
Bei der Erzeugung von Wind- und Solarstrom zählt Brandenburg deutschlandweit zu den Spitzenreitern.
Der überdurchschnittliche Ausbau erneuerbarer Energien und der daraus resultierende Netzausbau hatten die Netzentgelte deutlich über den Bundesdurchschnitt steigen lassen. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte am 28. August 2024 eine Festlegung zur bundesweiten Verteilung von Mehrkosten, die in Verteilernetzen mit besonders viel erneuerbarer Stromerzeugung entstehen. Diese Kostenwälzung führte zu erheblichen Senkungen der Netzentgelte in Brandenburg vor allem in den ländlichen Regionen, in denen der Ausbau der erneuerbaren Energien stattfindet. Die Strompreise in Brandenburg sanken deshalb deutlich. Für diese Umverteilung hatte sich Brandenburg seit Jahren eingesetzt.
Wärme
Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet seit 2024 die Länder zur Erstellung von kommunalen Wärmeplänen sowie die Betreiber von Wärmenetzen zur Transformationsplanung und schrittweisen Umstellung auf erneuerbare Energien. Entsprechend der Brandenburger Wärmeplanungsverordnung wurde die Pflicht zur Erstellung von kommunalen Wärmeplänen auf die Kommunen übertragen. Gleichzeitig wurde das MWAEK mit der Überwachung der Pflichten von Wärmenetzbetreibern gemäß Teil III WPG beauftragt. Gemäß dem WPG sind die Kommunen bis Mitte 2028 verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung (KWP) zu erstellen. Für Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern, wozu in Brandenburg nur Potsdam zählt, gilt eine Frist bis Mitte 2026. Alle Transformationspläne für Wärmenetze müssen bis Ende 2026 fertig und mit der KWP im Einklang sein. Vollständige Transformationspläne der Wärmenetzbetreiber sind dem MWAEK unter folgendem Postfach einzureichen: Waermenetze@MWAEK.Brandenburg.de
Es bedarf umfassender Analysen der bestehenden Infrastruktur, der Bedarfe und der verfügbaren Ressourcen für tragfähige Transformationspläne. Die Umsetzung erfordert ein hohes Maß an Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, den Bürgern und den Energieversorgern, um die richtigen Technologien und Konzepte auszuwählen, die den örtlichen Gegebenheiten entsprechen.
Das Erstellen tragfähiger Transformationspläne ist nur der erste Schritt. Die größte Herausforderung liegt nicht nur in der Planung, sondern vor allem in der Umsetzung der erarbeiteten Pläne. Entscheidend ist die Sicherstellung der Investitionskosten. Kommunen und Wärmenetzbetreiber stehen vor der Herausforderung, geeignete Finanzierungsmodelle flankiert durch die finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern zu entwickeln. Stabile Finanzierungsmodelle sind die Voraussetzung, um notwendige Investitionen in Infrastruktur und Erneuerbare Energien zu realisieren.
In Brandenburg gehen erste Projekte beispielhaft voraus. Die Transformationsstudie Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg 2023 zeigt auf, welche Wärmequellen und -erzeugungstechnologien zur Verfügung stehen, um Wärmewende und Strukturwandel nachhaltig zu gestalten. In Feldheim wurde in Kooperation zwischen der Stadt, den Anwohnern und dem Projektentwickler Energiequelle durch moderne Wind- und Biogasanlagen ein regionales Energieversorgungsnetz geschaffen, welches die Haushalte autark mit Strom und Wärme versorgt. Der Warmwasser-Energiespeicher in Nechlin ist ein weiteres, für die lokalen Gegebenheiten optimiertes Wärmeprojekt. Durch die Energie aus dem Speicher kann der Ort im Winter vollständig mit Windenergie beheizt werden.
Wärmekataster Brandenburg
Aus dem Wärmekataster Brandenburg können die Kommunen wertvolle Informationen für Ihre individuelle Wärmeplanung beziehen. Das Wärmekataster zeigt neben dem aktuellen Status Quo Potentiale für Wärmequellen und -senken sowie Netzinfrastrukturen in einer detaillierten, quantitativen und räumlich differenzierten Darstellung auf.
Die Analyse des Wärmesektors umfasst modellierte Daten, die von den tatsächlichen Verbrauchswerten abweichen können. Dieses Modell stützt sich auf verfügbare Informationen zur Gebäudegeometrie und -nutzung. Der Wärmebedarf und der Endenergieverbrauch wurden anhand von Gebäudetypologien, statistischen Einstufungen des Sanierungszustands und des Heizungssystems geschätzt.
Das Wärmekataster Brandenburg kann über das Energieportal Brandenburg aufgerufen werden.
Lausitzer Braunkohlerevier
Das energie- und industriewirtschaftliche Rückgrat des Landes ist das Lausitzer Braunkohlerevier. Hier wird im modernsten Kraftwerkspark Europas sicher und zuverlässig 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr Strom erzeugt. Das können die Erneuerbaren noch nicht leisten. Hochspezialisierte Arbeitsplätze unterstützen die Industrie im Lausitzer Braunkohlerevier. Die Empfehlungen der Kommission zu Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung und die entsprechenden Gesetze der Bundesregierung werden den weiteren energiewirtschaftlichen Umbau der Region forcieren. Das Land unterstützt diesen Wandel in der Region durch vielfältige Maßnahmen.
Rohstofflagerstätten in Brandenburg
Die oftmals als „Streusandbüchse“ bezeichnete Mark Brandenburg verfügt über viele hochwertige Rohstofflagerstätten. Baurohstoffe wie Kalkstein, Kiese und Sande, Schotter und Split sowie Ton werden zu vielfältigen Produkten verarbeitet und europaweit vertrieben. Brandenburger Quarzsande sind ein wichtiger Rohstoff in der Glasindustrie. Die klein- und mittelständisch geprägte Industrie der Rohstoffwirtschaft wird vom Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus betreut, einer nachgeordneten Behörde des MWAEK.