Wärmewende Brandenburg
Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet seit 2024 die Länder zur Erstellung von kommunalen Wärmeplänen sowie die Betreiber von Wärmenetzen zur Transformationsplanung und schrittweisen Umstellung auf erneuerbare Energien. Entsprechend der Brandenburgischen Wärmeplanungsverordnung wurde die Pflicht zur Erstellung von kommunalen Wärmeplänen auf die Kommunen übertragen. Gleichzeitig wurde das MWAEK mit der Überwachung der Pflichten von Wärmenetzbetreibern gemäß Teil III des WPG beauftragt. Die Kommunen sind gemäß WPG bis Mitte 2028 verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Für Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern, wozu in Brandenburg nur Potsdam zählt, gilt eine Frist bis Mitte 2026. Alle Transformationspläne für Wärmenetze müssen bis Ende 2026 fertiggestellt und mit der kommunalen Wärmeplanung im Einklang sein. Für tragfähige Transformationspläne bedarf es umfassender Analysen der bestehenden Infrastruktur, der Bedarfe und der verfügbaren Ressourcen.
Das Erstellen tragfähiger Transformationspläne ist jedoch nur der erste Schritt. Die größte Herausforderung liegt in der Umsetzung der erarbeiteten Pläne. Entscheidend ist die Sicherstellung der Investitionskosten. Die Umsetzung erfordert ein hohes Maß an Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Bürgern und Energieversorgern, um die richtigen Technologien und Konzepte auszuwählen, die den örtlichen Gegebenheiten entsprechen. Kommunen und Wärmenetzbetreiber stehen vor der Herausforderung, flankiert durch die finanzielle Unterstützung von Bund und Ländern geeignete Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Stabile Finanzierungsmodelle sind die Voraussetzung, um notwendige Investitionen in Infrastruktur und erneuerbare Energien zu realisieren.
In Brandenburg gehen erste Projekte beispielhaft voraus: Die Transformationsstudie Weißwasser, Hoyerswerda und Spremberg zeigt auf, welche Wärmequellen und -erzeugungstechnologien zur Verfügung stehen, um Wärmewende und Strukturwandel nachhaltig zu gestalten. In Feldheim wurde in Kooperation zwischen der Stadt, den Anwohnern und dem Projektentwickler "Energiequelle" durch moderne Wind- und Biogasanlagen ein regionales Energieversorgungsnetz geschaffen, welches die Haushalte autark mit Strom und Wärme versorgt. Ein weiteres, auf die lokalen Gegebenheiten optimiertes Wärmeprojekt ist der Warmwasser-Energiespeicher in Nechlin. Durch die Energie aus dem Speicher der Ort im Winter vollständig mit Windenergie beheizt werden.
Aus dem Wärmekataster Brandenburg können die Kommunen wertvolle Informationen für Ihre individuelle Wärmeplanung beziehen. Das Wärmekataster zeigt neben dem aktuellen Status Quo Potentiale für Wärmequellen und -senken sowie Netzinfrastrukturen in einer detaillierten, quantitativen und räumlich differenzierten Darstellung.
Die Analyse des Wärmesektors umfasst modellierte Daten, die von den tatsächlichen Verbrauchswerten abweichen können. Dieses Modell stützt sich auf verfügbare Informationen zur Gebäudegeometrie und -nutzung. Der Wärmebedarf und der Endenergieverbrauch wurden anhand von Gebäudetypologien, statistischen Einstufungen des Sanierungszustands und des Heizungssystems geschätzt.
Das Wärmekataster Brandenburg kann über die Internetpräsenz des Energieportals Brandenburg aufgerufen werden.
Das Land Brandenburg hat im Jahr 2025 das Hamburg Institut mit der Erstellung einer umfassenden Studie zu den Wärmepreisen beauftragt. Dabei wurden alle relevanten Einflussfaktoren untersucht, um zukünftige Preisentwicklungen im Bereich der Fernwärme sowie die zu erwartenden energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu analysieren. Zudem wurde ein Meinungsbild bei Wärmenetzbetreibern sowie bei Verbrauchern und Verbraucherinnen zu möglichen Maßnahmen zur Preisgestaltung und -transparenz eingeholt. Auch die Herausforderungen, denen sich Wärmenetzbetreiber bei der Transformationsplanung gegenübersehen, wurden betrachtet. Dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz ist gemäß Teil 3 des Wärmeplanungsgesetzes die Aufsichtspflicht über Wärmenetzbetreiber übertragen.
Ergebnisse der Studie zeigen die Preisunterschiede bei 18 Fernwärmeversorgern in Brandenburg. Sie machen deutlich, welche lokalen Faktoren die Kosten beeinflussen und auf welche Weise Preisbestandteile wie Basispreise, Preisänderungsklauseln und regulatorische Vorgaben miteinander verknüpft sind. Im Ländervergleich wird ersichtlich, dass niedrigere Preise mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien und unvermeidbarer Abwärme in der Fernwärmeerzeugung zusammenhängen. Der Umstieg auf erneuerbare Wärme kann somit langfristig stabile Preise sichern, während fossile Optionen anfällig für Preisschwankungen bleiben.
Die Studie identifiziert auch Technologien, die unter verschiedenen Rahmenbedingungen besonders geeignet sind, resiliente Erzeugungskosten zu gewährleisten, wobei Tiefengeothermie und Luft-Wärmepumpen eine Schlüsselrolle spielen.
Aus den Ergebnissen der Studie gehen Handlungsempfehlungen hervor. Diese setzen u. a. auf mehr Preisklarheit, verbesserte Preiskontrollen und Instrumente zur Akzeptanzsteigerung, um die Transformation der Wärmenetze effizient und fair zu gestalten.
Die Wärmepreisstudie wird demnächst hier veröffentlicht.
Einreichen von Transformationsplänen
Wärmenetzbetreiber können ihre vollständigen Transformationspläne beim MWAEK per Mail einreichen.
Richten Sie diese bitte an die folgende Mailadresse : Waermenetze@MWAEK.Brandenburg.de