Protest gegen die Einstellung der direkten Zugverbindung

Die Stadt Schwedt/Oder und die Gemeinde Pinnow haben vor Kurzem aus der Berliner Zeitung erfahren, dass mit dem nächsten Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 die Direktverbindung Schwedt – Berlin entfällt. Reisende, insbesondere Pendlerinnen und Pendler, zwischen Schwedt – der bevölkerungsreichsten Stadt der Uckermark – und Berlin müssten künftig stets umsteigen. Das gefährdet nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung sondern auch die Zukunft der Stadt Schwedt/Oder und der Gemeinde Pinnow.
Im Nachgang zur Protestaktion am 23. April 2026 möchten wir allen Teilnehmenden unseren herzlichen Dank aussprechen.
Die Bürgermeisterin der Stadt Schwedt/Oder, die Stadtverordnetenversammlung Schwedt/Oder, die Gemeindevertretung Pinnow sowie die zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürger haben mit ihrer Teilnahme und ihrem Einsatz ein starkes Zeichen gesetzt. Die gemeinsame Präsenz am Bahnhof Schwedt (Oder) – Mitte hat eindrucksvoll verdeutlicht, wie wichtig der Erhalt der direkten Zugverbindung zwischen Schwedt und Berlin für unsere Region ist.
Ihr Engagement, Ihre Stimmen und Ihre Solidarität machen deutlich, dass dieses Anliegen viele Menschen bewegt und dass wir weiterhin geschlossen für eine zukunftsfähige Verkehrsanbindung kämpfen müssen.
Weitere Stimmen aus der Region:
Nationalpark Unteres Odertal, Leiter Dirk Treichel:
Der Nationalpark arbeitet seit vielen Jahren gemeinsam mit den Nationalparkkommunen den Tourismus- und Dorfvereinen sowie den vielfältigen touristischen Unternehmen daran, die Wertschöpfung aus dem Nationalparktourismus zu erhöhen. Durch diverse Förderprojekte konnte die touristische Attraktivität des Nationalparks stetig verbessert werden. Dies trägt aber nur Früchte, wenn es eine einfache und gute Erreichbarkeit für Besucher gibt. Mit der Aufgabe der Direktanbindung der Nationalparkstadt Schwedt an Berlin wird genau das Gegenteil erreicht.
Asklepios Klinikum Uckermark GmbH , Ärztlicher Direktor Prof . Dr. Rüdiger Heicappell:
Als drittgrößter Arbeitgeber der Stadt mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Raum Berlin/Nordbrandenburg finden wir, dass diese Entscheidung falsch und kontraproduktiv ist. Die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist für uns ein wichtiger Wettbewerbsfaktor.
PCK Raffinerie GmbH:
Eine gute infrastrukturelle Erschließung des Wirtschaftsstandortes Schwedt ist von elementarer Bedeutung für die gesamte Region. Es wäre bedauerlich, wenn Schwedt durch den Wegfall der Direktanbindung nach Berlin an Attraktivität für Fachkräfte verliert.
Unternehmensverbund Stadtwerke Schwedt GmbH, Geschäftsführer Dirk Sasson:
Die schnelle und vor allem zuverlässige Erreichbarkeit unserer Stadt ist sowohl für unsere Mitarbeitenden als auch für unsere Kunden essenziell. Die Einstellung der direkten Bahnverbindung von Berlin nach Schwedt stellt für die vielen engagierten Gestalter unserer Stadt einen erheblichen Rückschritt und ein völlig kontraproduktives Signal dar.
Als kommunaler Unternehmensverbund mit touristischen und freizeitwirtschaftlichen Angeboten in Schwedt schließen wir uns der Kritik der Stadtverwaltung Schwedt/Oder an den geplanten Änderungen im Schienenverkehr ausdrücklich an. Unsere Einrichtungen werden jährlich von zahlreichen Gästen besucht, die bewusst mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen. Für diese Besucherinnen und Besucher ist eine direkte, verlässliche Bahnverbindung eine grundlegende Voraussetzung. Die geplante Umstellung mit zusätzlichem Umstieg und unsicheren Anschlüssen stellt eine deutliche Verschlechterung des Angebots dar und gefährdet die Erreichbarkeit und Attraktivität unserer Freizeiteinrichtungen. Auch unser Campingplatz, den wir als Partner des Nationalparks Unteres Odertal betreiben, würde unter den geplanten Änderungen leiden. Er richtet sich gezielt an naturbewusst Reisende. Viele unserer Gäste sind Radurlauber, die klimafreundlich per Bahn anreisen, um den Nationalpark per Rad zu erkunden. Der Wegfall einer direkten Verbindung würde diese nachhaltige Form des Tourismus erheblich erschweren und an Attraktivität verlieren lassen. Darüber hinaus sind auch unsere eigenen Mitarbeitenden betroffen, die als Pendlerinnen und Pendler auf zuverlässige Verkehrsverbindungen angewiesen sind. Eine Verschlechterung des Angebots trifft somit nicht nur Gäste und Besucher Schwedts und seiner Freizeiteinrichtungen, sondern wirkt sich unmittelbar auf die Arbeitsbedingungen und damit die Wirtschaftskraft vor Ort aus. Eine leistungsfähige, direkte Bahnanbindung ist für Tourismus, Wirtschaft und Lebensqualität in unserer Region unverzichtbar. Wir appellieren daher an die Verantwortlichen, die geplanten Änderungen zu überdenken.
Intendant Uckermärkische Bühnen Schwedt, André Nicke:
Eine Region, die mit der Transformation ringt, mit den Unsicherheiten rund um das PCK, mit dem demographischen Wandel, mit dem Kampf um Fachkräfte, braucht nicht weniger Anschluss, sondern mehr. Nicht weniger Verlässlichkeit, sondern mehr. Nicht weniger Staat, sondern einen Staat, der zeigt. Ihr gehört dazu. Es geht hier nicht nur um Verkehrspolitik. Es geht um etwas Größeres. Es geht um demokratischen Zusammenhalt. Wer Regionen abhängt, schwächt nicht nur die Infrastruktur. er schwächt das Vertrauen in die Demokratie.
Komplettes Statement siehe „Downloads“.
Unternehmerverbund Brandenburg-Berlin e. V. und Unternehmervereinigung Uckermark e. V.:
Wir als Wirtschaftsverbände unterstützen ausdrücklich die im Schreiben formulierte Kritik und Forderung. Die beabsichtigte Schwächung der direkten Schienenanbindung unserer Region ist aus unserer Sicht ein vollkommen falsches Signal. Gerade vor dem Hintergrund der erheblichen Anstrengungen, die in Schwedt/Oder, Pinnow und im gesamten Umfeld derzeit unternommen werden, um wirtschaftliche Entwicklung, Transformation, Innovation und Ansiedlung aktiv voranzubringen, ist eine solche Entscheidung nicht nachvollziehbar.
Wer von einer Region Entwicklung erwartet, muss auch die dafür erforderliche Infrastruktur dauerhaft sichern und stärken. Eine verlässliche, direkte Bahnanbindung nach Berlin ist dafür von zentraler Bedeutung. Die Wirtschaft ist auf funktionierende Verkehrsverbindungen angewiesen. Das gilt für Berufspendlerinnen und Berufspendler ebenso wie für Fachkräfte, Unternehmen, Investoren, Auszubildende und Gäste der Region. Wenn direkte Verbindungen entfallen, verschlechtert das nicht nur die Alltagstauglichkeit des öffentlichen Verkehrs, sondern schwächt auch die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Standortes insgesamt. Insofern unterstützen wir dem Protestbrief ausdrücklich und teilen die Auffassung, dass die geplanten Änderungen dringend überprüft und korrigiert werden müssen.
